Umbau Liliput U

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Moderator: Stephan Rewitzer

Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Die neue 51er soll den gleichen Antrieb wie die andere bekommen. Der 1020 ohne Schwungmasse lässt sich gut in der Lok unterbringen. Auch wenn er mehr Leistung hat als notwendig. Da ich ungern Motoren in Loks einklebe, habe ich mir eine kleine Spannzange gebaut. Sie packt den Motor am Zentrierhals und passt genau in die Lücke im Fahrwerksblock. Mit dem originalen Halter verspannt sich der Motor gegen den Guss im Heck der Lok. Letzteren habe ich 1mm abgefräst, weil der 1020er einen Tick länger baut als der alte Mabucchi.

LG
Andreas
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Ganz allgemein ist es schwierig diesen U-Modellen gute Fahreigenschaften beizubringen. Die Wiener gehen noch, die Bachmänner erster Generation sind eine Katastrophe. Trotz perfektem 90°-Versatz gelingt es mir nicht immer. Wenn die Räder nur minimal eiern, läuft der Gestängeantrieb nicht gut. Auch mit meinen gefräsen Kuppelstangen mit wenig Spiel lösen sich die Probleme oftmals nicht komplett.

Ein Hauptgrund für die empfindliche Reaktion auch auf kleine Unzulänglichkeiten liegt in der Gewichtsverteilung. Der Schwerpunkt der Loks liegt knapp vor der dritten Achse. Dort wird also die meiste Kraft übertragen. Der Zahnradantrieb geht aber auf die zweite Achse und quält sich sozusagen als "Blindwelle" mit der eiernden Achse dahinter und dem Gestänge mit sehr viel Spiel.

Wäre die dritte Achse auch angetrieben, könnte ein Großteil der Unzulänglichkeiten abgefangen werden.
Diese Theorie will bestätigt werden. Also habe ich über ein Zwischenzahnrad die dritte Achse angetrieben. Der verwendete Radsatz ist gut, aber nicht perfekt und die Lok lief damit nur sehr mäßig (9,0mm Bachmann-Radsatz aus der schlimmsten Zeit). Die Platzverhältnisse wurden zunächst an einem defekten Fahrwerksblock von Bachmann getestet und dann auf den Wiener Block (schwarze) übertragen:
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Die Lok läuft jetzt gut. Sie hat behelfsmäßig auf der dritten Achse eine Treibachse (wegen des Ritzels). Ich baue bei Gelegenheit eine Kuppelachse mit Zahnrad und eine labberige Zierkuppelstange, die keine Kräfte überträgt.
Die typische Verschlechterung der Fahreigenschaften vorwärts unter Last ist auch passé.
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Bei den Liliput-Maschinen lohnt es sich meiner Meinung nach die Bedienstangen zu ersetzen. Sie sind viel zu dick und meistens auch verbogen. Die Schwierigkeit liegt darin freihand Löcher in die kleinen Hebel zu bohren. Meine Finger sind noch behände genug, aber meine Augen sehen nicht mehr was ich tue. Ich mach`s aber trotzdem. :biggrin:
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Das Getriebe machte Probleme und die Ursache war kurios: Der Abstand der Zahnradwellen zwischen dem Scheckenrad und dem darauffolgenden Stufenzahnrad war zu gering. Ein Zahnrad mit 12 statt 13 Zähnen war die Lösung. Weil dadurch die Antriebswelle zu hoch stand, habe ich das Antriebskonzept nochmal geändert und auf 1015er Glockenankermotor mit Schwungmasse umgebaut.
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LG
Andreas
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BP009Chat
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von BP009Chat »

This thread is fascinating. Thank you for posting the details of your work to improve the U Class models.
Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Irgendwie waren Leitungen für die Bremse und den Ejektor nicht schön. Für die Einspeisestelle fand sich noch ein Ersatzteil von der Uh.
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Dann habe ich an meiner "Zahnradlok" weitergebaut. Auf kleinbahnsammler.at hat der User Tramway vorgestellt, wie er die Achse mit nur dem Scheckenzahnrad gegen eine mit zwei unterschiedlich großen Zahnrädern ersetzt hat. Damit entsteht eine zusätzliche Übersetzung. Das ist genial und wollte ich natürlich auch haben.
Jetzt läuft die Lok sehr schön mit dem schwachbrüstigen 0816er Motor und einem modifizierten Druckteil aus einem Tramfarbriek-Umrüstsatz. Die Höchstgeschwindigkeit ist etwa 40% niedriger und die Langsamfahrt lässt sich viel feinfühliger regeln.
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LG
Andreas
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Mit dem Liliput-Steuerungsträger werde ich nicht warm. Für das Fahrwerk mit den zusätzlichen Zahnrädern habe einen Steuerungsträger umgebaut und Rahmen, Zylinderblock und Gestänge angepasst.
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LG
Andreas
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Die Zylinder stehen viel zu weit außen. Es sieht grauslich aus. Auf der Fräse gab es Abhilfe.

Zum Vergleich meine Zillertallok, bei der der Zylinderabstand schon 4/10 mm verringert wurde!
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Jetzt war der Steuerungsträger zu breit für den Zylinderabstand. Das Problem hatte ich sehr gerne.
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Mit dem Fahrwerk dieser Lok bin ich nun zufrieden.
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Wer das nachmachen will. Es geht nur mit Radsätzen Liliput Wien und sowohl der Fahrwerksblock als auch die Räder müssen modifiziert werden. Bitte beachtet auch, dass ich hier die schlanken Messingschwingen nutze statt der Liliput-Kunststoffteile.

LG
Andreas
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Ein bisschen ging es weiter. Für die 51er habe ich den Steuerungsträger analog zur Zillertalbahnlok umgebaut und die Zylinder 0,5 mm enger zusammengerückt.

LG
Andreas
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Dampflokfahrer
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Re: Umbau Liliput U

Beitrag von Dampflokfahrer »

Meine Flotte hat noch einige Loks mit den originalen Liliput-Nachlaufachsen in Dienst. Besserung ist in Sicht.

LG
Andreas
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