Hallo,
die
SBEG ist zwar eine moderne Bahngesellschaft, deren Schwerpunkt im Betriebsteil Overath auf dem modernen ÖPNV liegt. Sie hat aber auch die Bedeutung des Museums- und Touristenverkehrs für die Region und für die Bahngesellschaft erkannt. Der Betriebsteil Overath hält dafür z.Z. zwei Museumszug-Garnituren vor.
Bei der Bildung der Züge wurde zunächst auf eigenes historisches Material zurückgegriffen. Später erforderte der wachsende Zuspruch auf dieses Programm die Bildung eines zweiten Zuges und damit auch den Erwerb historischer Fahrzeuge von anderen Bahnen. Die später hinzugekommenen Triebfahrzeuge behalten i.d.R.äußerlich ihre originalen Anschriften (Betreiber und Fahrzeugnummer).
Hier nun die ältere Museumsgarnitur, deren Wagen zum überwiegenden Teil aus älteren
SBEG Wagen gebildet wird.
Er besteht aus fünf Wagen: 3 x Kbi4 von Bemo (m.W. ex Filderbahn), dem dreiachsigen Aussichtswagen Nr.2 DR von Liliput und einem ehemaligen Pufferwagen G487 von Bemo.
(Wagen, die offiziell zum Museumsbestand zählen, haben fortlaufende zweistellige Betriebsnummern ohne weitere Einteilung.)
Die Kbi4 wurden im alten
SBEG Farbschema lackiert, erhielten das alte
SBEG- Beschriftungsmuster und die MTL N-Kupplungen an den Drehgestellen. (Dieser Wagentyp gefällt mir von den Bemo-Württembergern einfach am besten.)
Hier kann man sehr gut erkennen, wie eng der Fahrzeugabstand mit der MTL N-Kupplung ist.
Der Aussichtswagen ist erst seit wenigen Jahren dabei.(Zuvor war an seiner Stelle ein weiterer Kbi4 des
SBEG-Betriebsteils Köln leihweise eingereiht.) Es handelt sich dabei unverkennbar um den dreiachsigen Aussichtswagen von Liliput in der Ausführung als Aussichtswagen Nr. 3 der DR. An ihm wurden lediglich die DR Anschriften braun überlackiert und beidseitig kleine (Plastik-)Schilder mit
SBEG Schriftzug und -Betriebsnummer angebracht. Die Liliput-Klauenkupplung wurde beibehalten, da der Wagen normalerweise im Zugverband eingereiht bleibt und somit nicht rangiert wird. Da die Sitze im Wagen groß genug sind, konnten hier die 1:100 Figuren aus China gut Platz finden.
Der Bemo Pufferwagen G481 DR verlor seine Normalspurpuffer und erhielt stattdessen eine Schienenreinigungseinrichtung und das alte
SBEG-Farbschema. Trotz seines Einsatzes als Gepäckwagen im Museumsbetrieb hat er seine Betriebsnummer als Bahndienstwagen beibehalten.
Für diesen Zug hält die
SBEG zwei reguläre Dampfloks und als Reserve die E-Lok 425 vor.
Zur Zeit wird er vorwiegend mit der Bemo VI K 99 65
1 (
SBEG Nr. 90
1) gefahren. Sie ist erst relativ kurz im Bestand der
SBEG und ersetzt die gleichartige
SBEG Nr. 4, die ich vor vielen Jahren als fertig montierten Bausatz aus der ersten Bemo Serie dieses Typs preiswert erworben hatte und die sich leider vor einigen Jahren bei Wartungsarbeiten plötzlich (vermutlich wegen gealterten Klebstoffs) in ihre Einzelteile zerlegte. Da sie sich mehreren Wiederaufbauversuchen erfolgreich widersetzte und die Fahreigenschaften relativ bescheiden waren, beschloss die Geschäftsführung der
SBEG bei den Herstellerwerken Bemo und Veit eine neue überarbeitete Maschine dieses Typs zu erwerben. Diese wurde digitalisiert und auf MTL N-Kupplung umgerüstet.
Die zweite Stamm-Dampflok dieses Zuges ist eine Roco Mh
6 (
SBEG Nr. 90
6) in der ersten Museumsausführung. Sie trat zunächst die Nachfolge der ersten
SBEG VI K an. Die einzigen Veränderungen an ihr sind jeweils aus weiß lackierten Stecknadelköpfen angedeutete moderne LED-Lampen (die wie bei der Originalmaschine für das erforderliche Dreilicht-Spitzensignal sorgen) und der Einbau der MTL N-Kupplung.
Dritte im Bunde ist als Reservelok die E-Lok 425, die sonst den „Optolith-Zug“ fährt.
Ich hoffe, dass diese „historische“ Garnitur auch denjenigen gefällt, die sonst über die modernen (und gar elektrischen !) Fahrzeuge etwas die Nase rümpfen.
Grüße aus dem Bergischen Land
Georg